„Wir haben in Manchester gespürt, wie stark wir sind“

Quelle: www.BVB.de [23.10.] 19 Kameras waren auf Jürgen Klopp und Sven Bender gerichtet, selbst an den Wänden drängten sich die Journalisten und lauschten den Antworten, denn an den Pulten war kein freier Platz zu ergattern.

[23.10.] 19 Kameras waren auf Jürgen Klopp und Sven Bender gerichtet, selbst an den Wänden drängten sich die Journalisten und lauschten den Antworten, denn an den Pulten war kein freier Platz zu ergattern. Bereits die Pressekonferenz am Abend vor dem Hit gegen Madrid ließ erahnen, welch mediale Beachtung dieses Duell findet.
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Frage-Antwort-Runde im vollbesetzten Presseraum des Signal Iduna Parks.

In der Pressestelle des Deutschen Meisters hatten Silke Ebmeier und Carolin Krämer Akkreditierungswunsch um Akkreditierungswunsch zu beantworten, häufig negativer Natur, denn die Pressetribüne platzt heute Abend aus allen Nähten. Das mag ganz bestimmt am Gegner liegen, aber auch an der eigenen Performance, wie es neuerdings heißt, wenn Fußball-Mannschaften ein großes Spiel abliefern – so wie der BVB neulich in Manchester. „Als ich bei Serbiens Nationalelf war, wurde ich oft angesprochen: Hey, was seid ihr denn für eine Truppe? Auf einmal sind wir die geilste Truppe überhaupt. Die Truppe der Stunde“, sagte Neven Subotic dem kicker-Sportmagazin: „Unser Auftritt in Manchester war offenbar in ganz Europa das große Thema.“

Diese Leistung steht nun auf dem Prüfstand. „Auf uns wartet eine große Herausforderung“, meint Jürgen Klopp. Wenn alle Welt vom Auftritt der Schwarzgelben in Manchester schwärmte, war der BVB-Coach von Reals Leistung in Amsterdam (4:1) nicht minder angetan: „Das war ein absolutes Highlightspiel. Forechecking, Pressing, Gegenpressing – alles gepaart mit höchstem Tempo und hoher technischer Qualität. Es sah so aus, als sei Real in diesem Jahr noch stärker als im letzten.“ Da scheiterte man erst im Halbfinale im Elfmeterschießen an Bayern München („Finale Dahoam“).

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Jürgen Klopp

Nachdem Klopps Musterschüler in den letzten Jahren nur auf der Spielkonsole gegen Madrid gekickt haben (Bender: „Ein absolutes Highlight, diese Mannschaft im eigenen Stadion zu haben und nicht nur auf der Playstation“), geht es nun ganz real gegen Real. „Wir müssen extrem diszipliniert arbeiten und uns mit ein paar Schlüsselspielern beschäftigen“, erläutert Klopp und nennt dabei zuvorderst Xabi Alonso, den Taktgeber der Spanier. „Wenn du ihn am Ball nicht störst, wenn du Cristiano Ronaldo auf Tempo kommen lässt“, wenn du Higuain oder Benzema Platz den Abschluss gestattest, „dann hast du ein Problem.“

Damit dies nicht passiert, zumindest nicht so oft passiert, will der Coach „taktische Mittel“ einstreuen, „um dem Gegner das Leben schwerer zu machen als man das für möglich hält.“ Und weiter: „Wir haben in Manchester gespürt, wie stark wir sein können, wenn wir alles in die Waagschale werfen“, unterstreicht Klopp, und Sven Bender sagt mit Blick auf Reals routinierten Kader, „dass Erfahrung nicht alles ist. Wir haben in Manchester gezeigt, dass dies keine Rolle spielt, wenn wir mit Leidenschaft und kompakt gegen den Ball arbeiten und unser Spiel durchziehen.“

Zumal Madrid nicht in allen Belangen eine Übermannschaft ist. Ob er die Schwächen bei Standards registriert habe, wurde Klopp von einem spanischen Journalisten gefragt. „Si“, lautete die knappe Antwort…
Boris Rupert

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Auf dem Podium: Pressechef Fligge, Cheftrainer Klopp, Chefabräumer Bender [Fotos: firo]