MADRID – Wir trinken um zu essen

Ein Bericht von Dr.OEge.

Vorab: Bericht, Geschichte, Erzählung, etc. – das verwechsel ich immer, deshalb kann ich mich meist nicht kurz halten und erläutere viel zu viel, aber lest selber…

Der 4.Spieltag der „Todesgruppe“ führte uns am Dienstag nach Madrid. Die Flüge waren Ende August bereits gebucht und auch die Karten haben wir bekommen. Somit machten sich Horni, Günna, Tim, Frank, Thomas, David, Stefan, Julian, der sich den Trip trotz Gehhilfen nicht nehmen ließ und ich um 3.00 Uhr auf den Weg Richtung Frankfurter Flughafen. Da der schnellste Weg über Marburg und vor allem über die toten Dörfer zuvor führt, entschieden wir uns natürlich dafür, was Horni ganz besonders freute, da er ja nach Aalen nie mehr dort her fahren wollte. Ein wenig kann ich es verstehen, denn gerade in der Nacht kommt einem die Juckelei vor als ob man steht. Irgendwann kam dann eine Tanke an der wir uns mit den ersten Hefeteilchen eingedeckt haben, allerdings am Nachtschalter. O-Ton Thomas: „Normal können die die Tanke ja komplett auflassen, denn falls ein Räuber kommt, schnell wegfahren kann er ja nicht“ (bezogen auf die 16 Blitzer).Da das erste Bier schmeckte gab es nach dem Check-In gleich die nächsten. 5,20€ für nen halben Liter Radeberger sind geschenkt und vor allem schmeckt das Zeugs so lecker wie Oma unterm Arm.

Im Flieger hatten wir dann die Wahl zwischen Mahou und Carlsberg. Pest oder Cholera könnte man auch sagen, aber ich entschied mich dann für 3 Carlsberg und ein „Sandwich“ was die Größe von einem Iphone-Display hatte und stolze 4,50€ kostete. Die anderen nahmen von jedem 1 Dose, was sich noch rächen sollte. Nachdem die anderen natürlich kein Bier mehr hatte musste nachbestellt werden und da zeigte sich dann, dass es sinnvoll war, direkt 3 Bier zu ordern, denn darunter befand sich 1 Dose „Sin Alcohol“- Glückwunsch dazu!!!

Taxifahrer darf in Madrid übrigens jeder sein. 2 Taxen fuhren hintereinander her und fuhren natürlich beide im Kreis. Ob der Spinner uns verstanden hat weiß ich nicht, aber er hielt besser mal irgendwo an um sich mit seinem genauso dummen Kollegen zu beraten wie sie uns das Geld wohl noch mehr aus der Tasche ziehen können. Sein Glück war am Ende, dass er freiwillig 5€ abgezogen hat. Echt unglaublich was die für Leute loslassen… Gut, Hotel hat Betten, das reicht uns also schnell was Essen – da Burger King in Madrid erst ab 12.30 Uhr geöffnet hat, mussten wir etwas anderes suchen und fanden die „Bar Cafeteria Monzon“. Eine Theke mit 6 Barhockern, viel mehr war dort nicht vorhanden, aber das Mäuschen hinter der Theke kümmerte sich vorzüglich um uns. Cruzcampo und Heineken standen auf der Karte und zu jeder Runde gab es lecker was zu futtern. Ob Salate, Oliven, Pommes mit Speck, Schinken, Brot, Teigtaschen, panierte Käse-Schinken Kugeln, es war von allem was dabei. Da keiner spanisch sprechen kann bringt sie auch immer weiter… Dann folgt die Rechnung. Ach du Scheisse denken sich dann alle ( Ab Flughafen waren 3 von uns übrigens erstmals separat unterwegs) . Aber mehre als 2,20€ pro Bier musste nicht bezahlt werden. OK, Spanien ist ziemlich arm dran, aber für´s Essen braucht man nicht zu zahlen. Ich erspare mir jeden weiteren Kommentar. Trotz der Auswahl an Speisen brauchten wir was Bekanntes und suchten nun wieder BK auf, wo es übrigens in Spanien kalte Burger gibt, die man sich selber in der Mikrowelle aufwärmen kann. Erst Ewigkeiten auf die kalten Burger warten und dann noch die Mikrowelle anwerfen – einen tollen  Fast-Food Laden habt ihr da. Hauptsache man bekommt 20 Tüten Ketchup, denn den gibt es in Spanien ja im Überfluss. Dachte sich auch ein Typ, der sein gerade erst erhaltenes Tablett quer im Laden verteilte. Er hat wahrscheinlich gerade in dem Moment die Mikrowelle gesehen. Da es noch sehr früh war nochmal zurück in die Bar. Weitere leckere Biere für alle, Glück am Spielautomaten für Julian und CACIQUE für alle (natürlich auf´s Haus). Ja licher und die Bedienung trinkt mit und verzieht keine Miene dabei, was für ein Ekelzeug.

Eben abgeklärt wo die anderen sich die gelbe Brühe reinschrauben und ab Richtung Stadion in eine Kneipe direkt nebenan. Endlich gab es auch mal frischgezapftes, diesmal war es meine ich Amstel. Es ist Bier und ist flüssig, also her damit. Und ab jetzt ging die Tour erst richtig los, denn die interaktiven „Meier-Spiele“ begannen. Wer´s nicht kennt: Wer lügt und auffliegt, darf sich betrinken… ! Doof ist nur wenn plötzlich kein Bier vor einem steht und man trinken muss. Das Spielchen war wohl auch nicht das Richtige für unseren Fußkranken, der sich besser nochmal ins Hotel zurückzog, nicht dass er nochmal umknickt, denn besoffen kommt das meistens noch besser… ! Nachdem wir so langsam in Stimmung kamen und auf der Straße schon die ersten mobilen Chips-Stände eröffneten, suchten wir auch mal wieder eine andere Pinte auf. Unterwegs schnell ein paar Fotos mit der lebenden Statue ( die in Hot Fuzz übrigens der Staatsfeind No.1 ist) und den unzähligen Maskottchen gemacht und schon fanden wir einen Laden auf der anderen Seite des Stadions, in dem sich bereits einige Borussen befanden. Hier gabs dann nur die kleinen 0,75 Ltr. Gebinde vom guten Estrella. Kann man trinken und da wir ja buchstäblich auf den Fässern saßen wussten wir auch dass wirklich das drin ist was drauf steht. Ich weiß nicht ob es ihm zu langweilig war oder er unbedingt in ein anderes Lokal wollte, aber aus irgendeinem Grund aktivierte Timi dann mal die Alarmanlage. So macht man sich vor der Theke sicherlich Freunde, aber trifft man auf die falschen hinter der Theke dann wird man auch schon mal der Lokalität verwiesen, aber es ging ja alles gut und unser Julian hat die schrillen Töne wohl auch gehört und gesellte sich wieder zu uns. Genau richtig übrigens für eines meiner persönlichen Highlights dieser Tour: Ein wunderhübsches Popöchen, rein gepresst in eine enge Jeans und dazu auch noch mit einem schwatzgelben Trikot obenrum. Aber bevor wir vergaßen weswegen wir eigentlich hier waren gingen wir lieber so langsam mal Richtung Eingang. Vor allem machte sich das Bier allmählich auch bemerkbar und es wollte ja niemand die kleinen Stufen der Hundehütte, genannt Bernabeu, herunterstürzen.

Kaum in der Schlange angekommen sah man schon  die Schläger der Staatsmacht, auch Policia genannt. Aber sie hatten wohl alle einen guten Tag erwischt und es wurde nicht wie in Sevilla oder beim Spiel von Man City in Madrid wie wild auf die Fans losgeprügelt. Hätte ich nicht gedacht, aber so kann man sich täuschen. Gott sei Dank gibt es in der Fußballoper Madrids Rolltreppen, denn sonst hätten einige sicherlich das Spiel verpasst, denn es war kaum hoch und wenn man dann von eben noch nach unten aufs Spielfeld schaut, dann gute Nacht. 2 Bier mehr und wir wären nicht heile an unseren Plätzen angekommen. Es waren auszuhaltende Temperaturen, bei denen man nicht zwingend eine Jacke benötigte, aber den Madrilenen ist das wohl zu kalt. Sie haben unter dem Stadiondach mal eben geschätzte  1000 riesige Heizöfen angebracht. Die Klage wegen starken Verbrennungen ist in die Wege geleitet. Manchen ist dies aber noch nicht warm genug und tragen deshalb besser Handschuhe und Mütze. Würde ich mit so einem 25 Stunden mit dem Bus zurückfahren müssen, würde ich ihn rausschmeißen, denn der hat ja wahrscheinlich kaum geschwitzt…

Lasset die Spiele beginnen. Die Stimmung war mal wieder wie bereits vor einigen Wochen in Manchester bombastisch und auch die Mannschaft zeigte sich von ihrer besten Seite. Einzelheiten erspare ich, denn es hat wohl jeder das Spiel gesehen. In der Halbzeit gab es auf der Gästetribüne noch eine kleine Tanz – und Sangeseinlage zu bekannter Chartsmusik, deren Namen ich nicht kenne, aber es war lustig. Am Ende war alles beim Alten und wir bekamen in der letzten Minute den Ausgleich. Passiert dies in Amsterdam zum dritten Mal in Folge, dann mache ich mir ernsthafte Gedanken, ob ich noch international fahren soll. Die Blocksperre wurde dann noch mit lautstarken Gesängen wie überbrückt, bis wir dann langsam aber sicher alle das Stadion verließen. Julian und Stefan machten es richtig und nahmen ein Taxi. Wir trafen erst auf Aki Schmidt, der uns warnte, dass Räuber unterwegs sind, die ihm schon die Geldbörse entwendet hatten. Er spürte etwas am Bein, aber beachtete dies wohl nicht wirklich, auf einmal war sie weg. Irgendwie fanden wir, besonders Timi, dies ganz witzig so wie Aki das erzählte und fingen an zu lachen. Aki fand das nicht gut und stellte Timi erstmal zur Rede. Recht hat er ja, denn witzig ist was anderes. Da auf mich keiner hören wollte liefen wir alle zu unserer Lieblingsbar.

Hier war bis auf andere Bedienungen alles beim Alten. Flaschenbier und Gratis-Essen. Maxi hinter der Theke war top drauf und fieberte bei der Fußball-Zusammenfassung so richtig mit. Wir besangen gemeinsam mit den anderen Gästen den besten Fußballer der Primera Division: Lionel Messi. Dieser wurde auch bei jedem Ballkontakt vom schwulen Cowboy zuvor im Stadion skandiert. Zusammen mit dem Howard Carpendale Double sangen wir u.a. Que Sera. Soweit ich mich erinnern kann stammt das Lied nicht von Howi, aber es war trotzdem gut. Mit jeder Minute wurde die weibliche Bedienung stinkiger und wenn wir die Sprache verstehen würden, dann wäre es wahrscheinlich noch schlimmer geworden, aber da Maxi super drauf war und auch das Rauchen erlaubte, war alles in bester Ordnung. Aschenbecher oder Mülleimer braucht man ja keinesfalls, denn dort wird nicht so oft gefegt, geschweige denn geputzt. Maxi zauberte Horni dann erstmals einen Osbourne-Espresso, der aus 90% hochprozentigem Brandy besteht und zu 10% aus Espresso. Ganz wichtig hierbei ist vorher die Kaffeemaschine in Brand zu stecken. Mach du mal deinen Job und wir applaudieren dir, dann sind alle glücklich. Draußen werden währenddessen die Bürgersteige mit Tanklastern voller Wasser gereinigt. Erst brauchst du für´s Essen nicht zu bezahlen dann verschleudern die das Geld auch noch auf diese Art und Weise. Einfach mal nen Besen in die Hand nehmen klappt wohl nicht…ach stimmt, das klappt wirklich nicht, denn am nächsten Tag sahen wir einen jungen Herren der die Funktionsweise eines Besens wohl nicht ganz verstanden hatte. Mit den Borsten nach oben klappt das ganz besonders gut, du Vollidiot kann man ihm eigentlich nur mit auf den Weg geben. Die Bar durften wir dann auch nach einem Pinneken Scheibenwasser oder Kühlflüssigkeit verlassen. Wolten wir eigentlich nur etwas trinken was nicht so stark ist wie der Rum, so bekamen wir diesen Dreck vorgesetzt, aber man muss es ja trinken. Um die Plörre vergessen zu machen gabs noch lecker Döner, der nach Nichts schmeckte und dann war auch Zeit um mal die Augen zu schließen.

Der nächste Tag begann dann, wie sollte es anders sein, in unserer Bar. Bierchen und demnach auch kleine Snacks zum Frühstück hat was für sich. Dazu gab´s dann diesmal auch zusätzliche Baguettes und Hamburger, die dann allerdings doch seperat bezahlt werden mussten. Um nicht schon wieder zu versacken, suchten wir besser mal eine neue Lokalität. Dies bedauerte unser Mäuschen hinter der Theke sehr und verabschiedete uns ganz herzlich und machte zudem noch einige Fotos, die sie sich natürlich über´s Bett hängt. So gut ist mein Spanisch dann doch noch… 😉 . In der Cerveceria 100 Montaditos angekommen entdeckten wir dann gleich das Monster-Angebot: 100 Bier (0,3+1 Ltr.) plus 100 Baguettes oder Hot-Dogs für 100€. Genau so geht man pleite denkt man sich mal wieder, aber anscheinend läuft das ganz gut. Wir meierten mal wieder um die Stimmung noch weiter zu steigern und tranken eine Runde nach der nächsten (nicht zu vergessen, dass es für 6 Bier natürlich auch 6 Baguettes dazu gab). Jede Runde entweder einen Meier oder 6er drunter zu haben ist übrigens ne große Kunst, aber es soll schon mal gelingen hab ich gehört. Es muss wohl auch ein angesagter Laden sein, denn auf einmal scheint die Uni Mittagspause zu haben und der Laden füllt sich plötzlich. Für den Preis würde das wohl bei uns in Deutschland auch laufe, deshalb besser schnell mal das Dünnefeld oder irgendeine Bude an der Uni abreißen und dort so ein Geschäft aufmachen. Da man bei jeder Bestellung einen Namen angeben muss, damit man auch das richtige Essen bekommt, gab ich mich kurzerhand als MESSI aus, was dann auch super an kam, denn beim Ausrufen tobte der Laden. Vorm Lokal zieht sich ein Handtaschenverkäufer erstmals fast ganz aus mitten auf der Straße, Dortmund wird in Madrid Dormunt geschrieben, aber sonst war wie immer alles OK.

Die Reise neigte sich dem Ende zu und nach Gesprächen über die Schwester, die in Dresden studiert oder die Fahrt im heißen Hawai-Taxi erreichten wir den Flughafen. Preislich übrigens ähnlich wie am Vortag, nur dass nicht im Kreis gefahren wurde. Da ich in meinem Rucksack noch eine Getränkeflasche hatte, musste natürlich der Rucksack geöffnet werden um nachzusehen. Aber ich hatte meinen Rucksack bereits über der Schulter und so musste Schrade dran glauben. Ich weiß nicht was witziger war, die Tatsache dass Schrade nicht wusste was los war oder der Kontrolleur, der vergeblich eine Flasche suchte. Ab ins Café um weiter zu trinken und natürlich zu Meiern, bis wir dann wieder im Flieg zeug waren. Bis hierhin mussten übrigens einige noch kein einziges Mal den Personalausweis vorzeigen. Das zum Thema Sicherheit am Flughafen. Im Jet wurde fleißig weiter gemeiert, nur dass irgendwann mal wieder der Biervorrat aufgebraucht war. Ja gut, dann nehmen wir eben Wein.

Nach der Landung wartet unser Taxifahrer dann sicherheitshalber am Gepäckband auf uns, wo wir doch so viel Gepäck bei uns haben. So verzögert sich die Abreise noch ein wenig, naja macht ja nichts, da wir anschließend ja auch nur durch ganz Frankfurt fahren müssen, weil die Bahn gesperrt ist. Aber so bleibt mehr Zeit zum Trinken. Schließlich landet ein Teil von uns zuhause und der andere Teil bei Anna wo wir dann vom interaktiven Meiern zum Meiern mit richtigen Würfelbechern überliefen. Im Hintergrund die Backstreetboys oder wahlweise Snap versüßten uns den Abend noch dazu. 1.30 Uhr war eine sensationelle Tour dann für die letzten beendet.